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Kölner Sparhaushalt trifft den Karneval: Schull- un Veedelszöch fürchten um Finanzierung

Die angespannte Finanzlage der Stadt Köln erreicht jetzt auch den Fastelovend. Im Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 fallen die vorgesehenen Gesamtzuschüsse für den Rosenmontagszug und insbesondere für die Schull- un Veedelszöch deutlich niedriger aus als zuletzt.

Besonders drastisch ist die Situation bei den Schull- un Veedelszöch: Statt 81.880 Euro wie im Jahr 2026 sind für 2027 nur noch 21.335 Euro vorgesehen.

Die Organisatoren warnen bereits, dass sich die Zöch mit dieser Summe in ihrer heutigen Form nicht finanzieren lassen.

Schull- un Veedelszöch verlieren rund drei Viertel der bisherigen Mittel

Für die Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums, die hinter den Schull- un Veedelszöch stehen, sieht der Haushaltsentwurf 2027 einen Zuschuss von 21.335 Euro vor.

2028 sollen es sogar nur noch 20.027 Euro sein.

Verglichen mit den insgesamt 81.880 Euro aus dem Jahr 2026 entspricht das einem Rückgang von rund 74 beziehungsweise 75 Prozent.

Der Vorsitzende Bernhard Conin macht deutlich, welche Folgen das haben könnte. Mit der derzeit vorgesehenen Förderung könnten die Schull- un Veedelszöch in ihrer heutigen Form nicht finanziert werden.

Dabei sind gerade die Kosten für Sicherheit und Sanitätsdienste in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Die Schull- un Veedelszöch gehören zu den größten Veranstaltungen des Kölner Straßenkarnevals. Mehr als 8.000 aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Schulen und Veedeln ziehen am Karnevalssonntag durch die Innenstadt.

Auch beim Rosenmontagszug sinkt die Gesamtsumme

Auch beim Kölner Rosenmontagszug fällt die vorgesehene Gesamtförderung niedriger aus.

Für die Gemeinnützige Gesellschaft des Kölner Karnevals, die im Auftrag des Festkomitees den Rosenmontagszug organisiert, sind für 2027 insgesamt 160.000 Euro eingeplant. 2028 sollen es 155.000 Euro sein.

2026 lag die Gesamtsumme noch bei 237.011 Euro.

Das entspricht zunächst einem Rückgang von rund einem Drittel.

Allerdings gibt es dabei eine wichtige Besonderheit: Die Stadt kürzt nicht die eigentliche Regelförderung.

Sonderzahlungen fallen weg

Der große Unterschied entsteht durch zusätzliche Gelder, die der Karneval in den vergangenen beiden Jahren erhalten hatte.

2025 und 2026 flossen jeweils zusätzlich 100.000 Euro aus Mitteln der Kulturförderabgabe an das Festkomitee.

Auch die Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums erhielten Sondermittel: 50.000 Euro im Jahr 2025 und sogar 75.000 Euro im Jahr 2026.

Diese zusätzlichen Zahlungen sind im neuen Haushaltsentwurf nicht mehr vorgesehen.

Die reguläre Förderung des Rosenmontagszuges lag 2025 bei 142.500 Euro und 2026 bei 137.011 Euro. Mit den geplanten 160.000 Euro für 2027 liegt der reguläre Ansatz deshalb sogar höher als zuvor.

Für die Veranstalter hilft diese Rechnung allerdings nur bedingt – schließlich müssen am Ende die tatsächlichen Kosten bezahlt werden.

Festkomitee verweist auf enorme Kostensteigerungen

Auch das Festkomitee Kölner Karneval blickt deshalb mit Sorge auf die Entwicklung.

Festkomitee-Präsident Lutz Schade verweist einerseits auf die schwierige Haushaltslage der Stadt, andererseits aber auch auf die enorme wirtschaftliche Bedeutung des Karnevals für Köln.

Gleichzeitig hätten das Festkomitee und die überwiegend ehrenamtlich getragenen Karnevalsgesellschaften mit erheblich gestiegenen Kosten zu kämpfen.

Ob es möglicherweise doch wieder zusätzliche Mittel geben wird, ist derzeit offen.

Die Stadt befindet sich nach eigenen Angaben mit den Beteiligten im Gespräch.

Auch der Geisterzug geht bislang leer aus

Betroffen wäre noch eine weitere Institution des alternativen Kölner Karnevals.

Für den Verein Ähzebär un Ko, der den Kölner Geisterzug organisiert, sind im aktuellen Entwurf für 2027 und 2028 keine städtischen Mittel mehr vorgesehen.

2026 waren dafür noch 2.030 Euro eingeplant.

Noch ist nichts endgültig entschieden

Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen.

Der Doppelhaushalt 2027/2028 befindet sich derzeit lediglich im Entwurfsstadium. In den kommenden Wochen beraten unter anderem der Ausschuss für Kunst und Kultur sowie der Finanzausschuss über die Planungen.

Die endgültige Entscheidung über den Haushalt soll der Rat der Stadt Köln am 12. November 2026 treffen – ausgerechnet einen Tag nach dem Start in die neue Karnevalssession.

Bis dahin dürften die Gespräche zwischen Stadt und Karnevalsvertretern weitergehen.

Vor allem für die Schull- un Veedelszöch steht dabei viel auf dem Spiel. Sie gehören mit tausenden Teilnehmern aus Schulen und Veedeln zu den ursprünglichsten Veranstaltungen des Kölner Fastelovends.

Dass ausgerechnet dort künftig massiv Geld fehlen könnte, dürfte deshalb noch für reichlich Diskussionen in der kölschen Karnevalsszene sorgen.