🎭 Nachrichten aus der jecken WeltKölle Alaaf – und darüber hinaus
Jeck im BlickAllgemeinKostümeMusikTerminePartysSitzungenUmzügeVereine
Allgemein

Weniger Pferde im Kölner Rosenmontagszug: Ehrengarde zieht Konsequenzen

Beim Kölner Rosenmontagszug steht ein sichtbarer Wandel bevor: Die Ehrengarde der Stadt Köln will künftig auf Pferde verzichten, die Kutschen oder andere Wagen ziehen. Reiter sollen dagegen weiterhin fester Bestandteil des Korps im Zoch bleiben. 

Der Hintergrund ist vor allem praktischer Natur. Ehrengarde-Präsident Hans-Georg Haumann verweist auf die schwierige Planung in den vergangenen Jahren. Beim Rosenmontagszug 2026 mussten die Pferde wegen einer Unwetterwarnung vorzeitig von der Strecke genommen werden. Ein kurzfristiger Umbau der Wagen sei jedoch kaum möglich. 

Mehr Planungssicherheit für den Zoch

Die Entscheidung soll den Zug für die Ehrengarde vor allem berechenbarer machen. Hinzu kommen strengere Auflagen rund um die Nutzung von Pferden im Rosenmontagszug. Nach Angaben Haumanns wurde unter anderem das zulässige Ladegewicht für die Wagen reduziert. Fahrzeuge bieten hier deutlich mehr Flexibilität. 

Wichtig ist der Ehrengarde allerdings die klare Abgrenzung: Die Reiterei selbst bleibt erhalten. Reiter gehörten seit den Anfängen des Korps zum Erscheinungsbild der Ehrengarde. Haumann betont, dass diese Tradition weiterhin Teil des Rosenmontagszugs bleiben soll. 

Auch die Altstädter stellen um

Die Ehrengarde ist mit ihren Überlegungen nicht allein. Auch die Altstädter Köln wollen ihre Kutschpferde schrittweise ersetzen. Bis 2028 sollen nach Angaben des Korps nahezu alle Kutschen von Traktoren statt Pferden gezogen werden. Für 2027 ist die Umstellung allerdings noch nicht vollständig möglich, da noch nicht alle Ersatzfahrzeuge zur Verfügung stehen. 

Eine Ausnahme soll bleiben: Die kleine Mariechen-Kutsche soll weiterhin von zwei Pferden gezogen werden.

Dem Bericht zufolge gibt es auch bei weiteren der insgesamt neun Traditionskorps Überlegungen, den Einsatz von Pferden im Rosenmontagszug zu reduzieren. 

Zahl der Pferde sinkt seit Jahren

Noch vor einigen Jahrzehnten gehörten deutlich mehr Pferde zum Kölner Rosenmontagszug. Früher sollen bis zu 500 Tiere im Zoch unterwegs gewesen sein. 2026 waren es nur noch rund 230 Pferde

Die Gründe dafür sind vielfältig: strengere Sicherheitsauflagen, zunehmende Anforderungen des Tierschutzes und die Erfahrungen mit Unfällen und Wetterlagen. 2018 waren beispielsweise zwei Pferde vor einer Kutsche des Treuen Husaren durchgegangen, mehrere Menschen wurden dabei verletzt. 

Vor jedem Rosenmontagszug werden die eingesetzten Tiere zudem von Amtstierärzten untersucht. Die Stadt Köln führt stichprobenartig Kontrollen auf Beruhigungs- und Dopingmittel durch. 

Rosenmontagszug verändert sein Bild

Für die Besucher dürfte die Entwicklung in den kommenden Jahren sichtbar werden: Weniger Pferde vor den Kutschen, dafür mehr motorisierte Zugfahrzeuge.

Ganz verschwinden werden Pferde aus dem Kölner Rosenmontagszug aber vorerst nicht. Gerade bei den Traditionskorps bleibt die Reiterei ein wichtiger Teil der Geschichte und des Erscheinungsbildes.

Ob weitere Korps dem Beispiel der Ehrengarde und der Altstädter folgen, dürfte deshalb eine der spannenden Fragen vor dem Rosenmontagszug 2027 werden.