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Musik

Wolfgang Niedecken und der Karneval: Warum der kölsche Superstar kein Karnevalist ist

Kölscher als Wolfgang Niedecken geht es musikalisch kaum. Seit 50 Jahren singt der BAP-Frontmann in seiner Heimatsprache, Köln zieht sich durch sein gesamtes künstlerisches Leben – doch ausgerechnet beim Karneval hält sich seine Begeisterung in Grenzen.

Der 75-Jährige macht aus seinem Verhältnis zum organisierten Fastelovend keinen Hehl: Als klassischen Karnevalisten sieht Niedecken sich bis heute nicht.

Das bedeutet allerdings keineswegs, dass er mit dem Kölner Karneval überhaupt nichts anfangen kann.

Mit Vereinsmeierei kann Niedecken wenig anfangen

Vor allem bestimmte traditionelle Strukturen des organisierten Karnevals waren es, mit denen Niedecken lange fremdelte.

Das Spießige und die von ihm so empfundene Vereinsmeierei hätten ihn früher stark gestört, erklärte der Musiker bereits Anfang des Jahres in einem SWR-Interview.

Mit zunehmendem Alter sei sein Verhältnis zum Fastelovend allerdings entspannter geworden. Niedecken sagt selbst, er sei toleranter und „altersmilde“ geworden.

Und inzwischen habe er durchaus auch die schönen Seiten des Karnevals kennengelernt.

Trotzdem mittendrin im Rosenmontagszug

Dass Niedecken und der Fastelovend keineswegs zwei vollkommen getrennte Welten sind, zeigt seine eigene Karnevalsgeschichte.

Der BAP-Frontmann hat bereits Mottowagen für den Kölner Rosenmontagszug künstlerisch gestaltet und ist auch auf einem Wagen der Prinzen-Garde mitgefahren.

2026 verfolgte er den Rosenmontagszug zudem als Ehrengast von der Tribüne am Historischen Rathaus.

Auch während der Corona-Pandemie zeigte Niedecken, dass er dem Fastelovend trotz aller Distanz durchaus etwas abgewinnen kann. Damals erklärte er sinngemäß, dass der Humor und der Drang der Kölner zum Feiern offenbar kaum kleinzukriegen seien.

Köln ja – jeden Tag Karneval eher nicht

Seine Liebe zu Köln steht ohnehin außer Frage.

Niedecken ist in der Stadt geboren, singt seit Jahrzehnten auf Kölsch und hat mit BAP zahlreiche Lieder geschaffen, die untrennbar mit Köln verbunden sind.

Nur dauerhaft im Karnevalsmodus leben möchte er offenbar nicht.

Vielleicht beschreibt genau das sein Verhältnis zum Fastelovend am besten: Niedecken muss kein klassischer Karnevalist sein, um trotzdem ein Teil der kölschen Kultur zu sein.

Und inzwischen scheint auch für ihn zu gelten: Man kann mit manchen Traditionen fremdeln – und trotzdem die schönen Seiten des Fastelovends genießen.