Die Uniwiese bleibt Bestandteil des Kölner Sicherheitskonzepts für den Karneval. Auch in der Session 2026/27 will die Stadt die Fläche am Kwartier Latäng als Reserve nutzen, falls es rund um die Zülpicher Straße zu voll wird. Allerdings soll deutlich weniger Rasenfläche beansprucht werden als in früheren Jahren.
Für die Nutzung der im Landschaftsschutzgebiet „Innerer Grüngürtel“ gelegenen Fläche hat die Stadt bereits erneut eine Ausnahmegenehmigung bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt. Als Begründung führt die Verwaltung weiterhin die Sicherheit der Feiernden und die Möglichkeit an, Besucherströme bei einer drohenden Überfüllung des Kwartier Latäng zu entzerren.
Uniwiese bleibt Reserve für den 11.11.
Bereits zur Sessionseröffnung am 11. November 2026 soll die Uniwiese wieder zur Verfügung stehen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, dort eine zweite Karnevalsparty zu veranstalten.
Musik und Alkoholausschank sind auf der Fläche nicht vorgesehen. Die Uniwiese soll vielmehr als Teil des Sicherheitskonzepts dienen, wenn die Kapazitäten rund um die Zülpicher Straße ausgeschöpft sind. Dieses Prinzip hatte die Stadt bereits in der vergangenen Session angewendet.
Zum Straßenkarneval 2027 wird die Fläche noch kleiner
Für den Straßenkarneval 2027 plant die Stadt eine weitere Verkleinerung.
Nach den aktuellen Planungen sollen links und rechts der Zülpicher Straße jeweils nur noch ungefähr zehn Meter breite Streifen mit Rasenschutzplatten abgedeckt werden. Zusätzlich soll bei Bedarf ein Zugang über den Paula-Kleinmann-Weg gesichert werden.
Die Stadt spricht von einer „erheblichen Verkleinerung“ der beanspruchten Fläche.
Der Hintergrund: Der Andrang im Kwartier Latäng hat in den vergangenen Sessionen deutlich nachgelassen. Beim Straßenkarneval 2026 musste die vorbereitete Uniwiese deshalb nur noch als Reserve beziehungsweise Transitfläche vorgehalten werden.
Keine zusätzliche Partyfläche an anderer Stelle
Eine größere alternative Feierfläche an einem anderen Standort verfolgt die Stadt derzeit nicht weiter. Ganz neu ist dieser Kurs allerdings nicht: Schon 2025 hatte die Verwaltung nach der Prüfung zahlreicher Standorte erklärt, dass eine zusätzliche Partyzone angesichts rückläufiger Besucherzahlen möglicherweise eher einen weiteren Feier-Hotspot schaffen würde, statt das Kwartier Latäng wirkungsvoll zu entlasten.
Politisch bleibt das Thema dennoch brisant. Denn der Rat hatte die Verwaltung im Juli 2025 einstimmig aufgefordert, alternative Flächen weiter zu suchen und zu prüfen. Nach dem jetzt bekannt gewordenen Stand wird diese Suche aktuell nicht fortgesetzt.
Kritik von Grünen und Naturschützern
Genau daran gibt es Kritik. Die Grünen verweisen auf den damaligen Ratsbeschluss und lehnen eine weitere Nutzung der Uniwiese ab.
Auch der BUND Köln kritisiert die Entscheidung. Als mögliche Alternative bringt die Naturschutzorganisation das Konrad-Adenauer-Ufer in der Nähe des Hauptbahnhofs ins Gespräch. Dort hatte Köln während der Fußball-Europameisterschaft 2024 bereits eine Veranstaltungsfläche eingerichtet.
Die Stadt hält dagegen, dass ein kurzfristiger Verzicht auf die Uniwiese aus Sicherheitsgründen weiterhin ein Risiko darstellen würde.
Glasverbot soll Grünflächen zusätzlich schützen
Neben der kleineren Nutzfläche setzt die Stadt erneut auf Schutzmaßnahmen für den Inneren Grüngürtel. Das Glasverbot soll auch in der kommenden Session auf diesen Bereich ausgeweitet werden.
Damit sollen nicht nur Verletzungen vermieden, sondern auch Grünflächen, Bäume und Tiere – insbesondere im Umfeld des Aachener Weihers – geschützt werden. Bereits beim Straßenkarneval 2026 gehörten Glasverbot, Rasenschutzplatten und abgesperrte Grünbereiche zum Konzept.
Damit zeichnet sich für den 11.11.2026 und den Straßenkarneval 2027 ein Mittelweg ab: Die Uniwiese bleibt Teil des Kölner Sicherheitskonzepts, soll aber immer weniger tatsächlich beansprucht werden.
Ob Köln irgendwann vollständig auf die umstrittene Fläche verzichten kann, bleibt offen.
