🎭 Nachrichten aus der jecken WeltKölle Alaaf – und darüber hinaus
Jeck im BlickAllgemeinKostümeMusikTerminePartysSitzungenUmzügeVereine
Allgemein

Neue Regeln für Pferde im Karneval: NRW verschärft Vorgaben für Rosenmontagszüge

Der Einsatz von Pferden bei Karnevalszügen in Nordrhein-Westfalen wird stärker geregelt. Für Veranstalter wie das Festkomitee Kölner Karneval bedeuten die Vorgaben zusätzliche organisatorische Anforderungen – von festen nüchternen Begleitpersonen bis zur schnellen Erreichbarkeit durch Tierärzte.

Gerade für den Kölner Rosenmontagszug ist das Thema aktuell besonders brisant. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Ehrengarde künftig auf Pferde vor ihren Kutschen verzichten will und auch die Altstädter ihren Pferdeeinsatz reduzieren. Nun rücken zusätzlich die Vorgaben des Landes in den Mittelpunkt. 

Eine feste und nüchterne Begleitperson für jedes Pferd

Ein zentraler Punkt betrifft die Betreuung der Tiere. Jedem eingesetzten Pferd muss mindestens eine feste Begleitperson zugeordnet sein. Diese darf während des Einsatzes weder Alkohol noch Drogen konsumieren. 

Die Tiere selbst sollen außerdem entsprechend ausgebildet und auf die besonderen Bedingungen eines Karnevalszugs vorbereitet sein. Dazu gehören Menschenmengen, Musik, Rufe, Wurfmaterial und andere für Pferde ungewohnte Reize. Bereits die zugrunde liegenden NRW-Leitlinien stellen den Schutz der Tiere und eine geeignete Vorbereitung von Pferd und Reiter in den Mittelpunkt. 

„Haltebuchten“ entlang der Zugstrecke

Eine weitere Vorgabe könnte Auswirkungen auf die Planung der Zugstrecken haben. Entlang des Zugwegs sollen Möglichkeiten vorhanden sein, ein Pferd bei Schwierigkeiten aus dem laufenden Zug herauszuführen.

Der WDR vergleicht diese Bereiche anschaulich mit Haltebuchten. Dahinter steckt ein wichtiger Sicherheitsgedanke: Sollte ein Tier gesundheitliche Probleme bekommen oder aufgrund der Umgebung nicht mehr sicher weitergeführt werden können, muss es aus dem Zug genommen werden können, ohne den gesamten Ablauf lahmzulegen. 

Tierarzt muss innerhalb von zehn Minuten beim Pferd sein können

Für Köln dürfte insbesondere eine weitere Vorgabe anspruchsvoll werden: Ein Tierarzt muss ein betroffenes Pferd im Rosenmontagszug innerhalb von höchstens zehn Minuten erreichen können

Bei einem kilometerlangen Rosenmontagszug mit Hunderttausenden Zuschauern entlang der Strecke ist das keine Selbstverständlichkeit. Laut WDR war eine so schnelle Erreichbarkeit in der Vergangenheit aufgrund der großen Menschenmengen teilweise nicht möglich.

Für die Zugplaner bedeutet das: Zufahrtsmöglichkeiten, Ausschleusungspunkte und tierärztliche Versorgung müssen entsprechend berücksichtigt werden.

Festkomitee begrüßt klarere Vorgaben

Beim Festkomitee Kölner Karneval stoßen die Regeln grundsätzlich auf Zustimmung. Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn bezeichnete die Neuregelung gegenüber dem WDR als überfällig. In der Vergangenheit habe es zu viele Unsicherheiten und Risiken gegeben. 

Die neuen Anforderungen sind dabei nicht plötzlich entstanden. Bereits ab 2020 wurden gemeinsam mit Karnevalsgesellschaften aus dem Rheinland Leitlinien für den Einsatz von Pferden bei Karnevalsumzügen entwickelt. Dazu gehörten unter anderem Streckenplanung, Abladeplätze, Ausschleusungsmöglichkeiten, Versorgungsstellen und Zufahrtswege. 

Pferdeeinsatz im Kölner Karneval verändert sich

Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der mehrere Kölner Traditionskorps ihren Umgang mit Pferden ohnehin verändern.

Wie Jecke-News bereits berichtete, will die Ehrengarde künftig keine Pferde mehr vor ihren Kutschen einsetzen. Reiter sollen dagegen weiterhin zum Erscheinungsbild des Korps gehören. Auch die Altstädter stellen schrittweise um und wollen bis 2028 fast alle Wagen von Traktoren ziehen lassen. 

Damit zeichnet sich für die kommenden Rosenmontagszüge ein Wandel ab: Pferde werden nicht vollständig aus dem Kölner Zoch verschwinden, ihr Einsatz dürfte aber geringer und zugleich stärker organisiert werden.

Für den Rosenmontagszug 2027 wird deshalb spannend sein, wie das Festkomitee und die einzelnen Gesellschaften die Anforderungen praktisch umsetzen.