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Kölner Veedelszüge 2027: Festkomitee sieht nach Zollstocker Absage keine weitere akute Gefahr

Die Absage des Zollstocker Dienstagszuges für die Karnevalssession 2027 hatte zuletzt Sorgen um die Zukunft weiterer Kölner Veedelszüge ausgelöst. Doch das Festkomitee Kölner Karneval gibt vorerst Entwarnung: Nach aktuellen Gesprächen mit den Veranstaltern gibt es keine Hinweise darauf, dass weitere der beteiligten Veedelszüge abgesagt werden müssen.

Knapp 20 Veedelszüge bei Workshop vertreten

Wie Marc Michelske vom Festkomitee Kölner Karneval gegenüber Radio Köln erklärte, nahmen am jüngsten Workshop des Festkomitees Vertreter von knapp 20 Veedelszügen teil.

Dabei habe keiner der teilnehmenden Veranstalter erklärt, dass sein Karnevalszug wegen fehlender ehrenamtlicher Helfer oder anderer Schwierigkeiten abgesagt werden müsse.

Stattdessen standen vor allem organisatorische Fragen im Mittelpunkt. Dazu gehörten die Kommunikation mit den zuständigen Behörden und die Abstimmung der Sicherheitskonzepte.

Nach Angaben Michels­kes konnten die angesprochenen Probleme gemeinsam gelöst werden.

Zollstocker Dienstagszug fällt 2027 aus

Die positive Einschätzung kommt wenige Tage nach einer schlechten Nachricht aus dem Kölner Süden.

Der traditionelle Zollstocker Dienstagszug wird 2027 nicht stattfinden. Die Veranstalter hatten steigende Kosten, finanzielle Schwierigkeiten und fehlende ehrenamtliche Unterstützung als Gründe genannt.

Gerade kleinere Karnevalszüge stehen zunehmend vor der Herausforderung, aufwendige Sicherheitsvorgaben zu erfüllen und gleichzeitig genügend Helfer und finanzielle Unterstützer zu finden.

Die Absage in Zollstock zeigt, dass diese Probleme durchaus existenzbedrohend werden können.

Allerdings lässt sich die Situation dort nach Einschätzung des Festkomitees derzeit nicht auf die anderen am Workshop beteiligten Veedelszüge übertragen.

90.000 Euro für Kölner Veedelszüge geplant

Auch aus der Kölner Stadtpolitik gibt es ein positives Signal.

Im Rahmen der geplanten Änderungen am Doppelhaushalt 2027/2028 sollen insgesamt 90.000 Euro zur Unterstützung der Veedelszüge bereitgestellt werden.

Vorgesehen ist eine Verteilung auf die neun Kölner Stadtbezirke. Rechnerisch würden damit jeweils 10.000 Euro pro Stadtbezirk zur Verfügung stehen.

Eine endgültige Entscheidung über die Haushaltsmittel steht allerdings noch aus. Die geplante Förderung ist deshalb noch nicht verbindlich beschlossen.

Veedelskarneval bleibt auf Unterstützung angewiesen

Die aktuelle Einschätzung des Festkomitees ist zunächst eine gute Nachricht für den Kölner Straßenkarneval.

Sie bedeutet jedoch keine vollständige Entwarnung für sämtliche Veedelszüge. Der Workshop bildete nur einen Teil der Veranstalter ab.

Die Herausforderungen bleiben bestehen: Steigende Sicherheitskosten, umfangreiche Genehmigungsverfahren und die Suche nach ehrenamtlichen Helfern werden die Organisatoren auch künftig beschäftigen.

Umso wichtiger sind der Austausch zwischen Festkomitee, Behörden und Veranstaltern sowie eine verlässliche finanzielle Unterstützung.

Für die Karnevalssession 2027 zeichnet sich bei den am Workshop beteiligten Veedelszügen derzeit aber eine deutlich stabilere Lage ab, als die Absage in Zollstock zunächst befürchten ließ.