🎭 Nachrichten aus der jecken WeltKölle Alaaf – und darüber hinaus
Jeck im BlickKölner KarnevalGesellschaftenBands & KünstlerTermineZüge
Allgemein

Festival-Duell nach der Trennung: 8.000 Jecke feiern gleichzeitig bei zwei kölschen Festivals

Aus einer gemeinsamen Veranstaltung wurden zwei konkurrierende Festivals – und am Ende scheint in Hürth Platz für beide zu sein.

Rund 8.000 Fans kölscher Musik haben am Samstag, 5. September 2026, nahezu zeitgleich bei der „Kölschen Nacht“ im Stadion Alt-Hürth und bei der Premiere von „Jeck am See“ am Otto-Maigler-See gefeiert.

Dabei war im Vorfeld durchaus spannend, ob zwei so ähnliche Veranstaltungen am selben Tag und nur wenige Kilometer voneinander entfernt funktionieren können.

Die Antwort nach dem ersten Festival-Duell lautet offenbar: Ja.

5.000 Jecke feiern Premiere von „Jeck am See“

Den größeren Besucherandrang gab es am Otto-Maigler-See.

Rund 5.000 Menschen kamen zur Premiere von „Jeck am See“. Das neue Festival fand genau dort statt, wo bis 2025 noch die traditionelle Kölsche Nacht gefeiert worden war.

Musikalisch wurde den Besuchern einiges geboten.

Auf der Bühne standen unter anderem die Höhner, Paveier, Klüngelköpp, Miljö, Rabaue, Räuber und Stadtrand.

Zusätzlich sollte mit dem „Jeckside Beach“ eine Verbindung zwischen Karnevalsfeeling und moderner Clubkultur geschaffen werden.

Zum Abschluss gab es ein Feuerwerk über dem See, begleitet von Geiger Martin Guha.

3.000 Besucher bei der Kölschen Nacht

Nur wenige Kilometer entfernt ging gleichzeitig die 28. Kölsche Nacht über die Bühne.

Die Funken Rot-Weiß Hürth-Gleuel mussten nach dem Ende der bisherigen Zusammenarbeit erstmals ohne den Otto-Maigler-See auskommen und waren mit ihrer Traditionsveranstaltung ins Stadion nach Alt-Hürth gezogen.

Dort feierten rund 3.000 Besucher.

Auch das Line-up konnte sich sehen lassen: Bläck Fööss, Höhner, Cat Ballou, Räuber, Eldorado und die Grüngürtelrosen standen unter anderem auf der Bühne.

Mit Guildo Horn gab es zudem einen Gast, der musikalisch etwas aus der klassischen kölschen Reihe herausfiel.

Der Entertainer sorgte mit seiner Band, den Orthopädischen Strümpfen, für Stimmung und bekam zum Abschluss sogar einen Orden der Funken verliehen.

Höhner und Räuber spielen einfach bei beiden

Für zwei Bands bedeutete das Festival-Duell einen besonders sportlichen Samstag.

Sowohl die Höhner als auch die Räuber standen bei beiden Veranstaltungen auf dem Programm.

Während die Veranstalter also um die Gunst des Publikums konkurrierten, wechselten einige der Künstler einfach die Location.

Bis 2025 wurde noch gemeinsam gefeiert

Dass zwei so ähnliche Veranstaltungen ausgerechnet am selben Tag stattfinden, hat eine Vorgeschichte.

Seit 1998 hatten die Funken Rot-Weiß Hürth-Gleuel die Kölsche Nacht am Otto-Maigler-See veranstaltet. Strandbadbetreiber Christoph Hausmann beziehungsweise dessen Familie waren dabei über viele Jahre Partner der Veranstaltung.

Nach der 27. Ausgabe im Jahr 2025 endete die Zusammenarbeit.

Hausmann entschied sich anschließend, am bisherigen Standort ein eigenes Festival unter dem Namen „Jeck am See“ zu veranstalten.

Die Funken wiederum wollten ihre Kölsche Nacht nicht aufgeben und suchten gemeinsam mit der Stadt nach einem neuen Veranstaltungsort.

Den fanden sie im Stadion Alt-Hürth.

Pikant: Beide Seiten hielten am selben Termin fest.

Aus einem Festival wurden zwei

Damit entstand eine ungewöhnliche Situation.

Am selben Nachmittag konkurrierten in einer Stadt zwei große Veranstaltungen mit nahezu derselben Zielgruppe und zahlreichen bekannten Bands aus der kölschen Musikszene.

Im Vorfeld war deshalb durchaus die Frage aufgekommen, ob Hürth genügend Publikum für beide Festivals bieten würde.

Nach zusammen 8.000 Besuchern dürfte diese Frage zumindest für die Premiere beantwortet sein.

Beide Veranstalter zeigten sich anschließend zufrieden.

Christoph Hausmann erklärte mit Blick auf die parallele Veranstaltung schmunzelnd, Konkurrenz belebe das Geschäft.

Auch bei den Funken ist die Stimmung nach dem Umzug positiv. Vorsitzender Frank Tesch kündigte bereits an, dass die Kölsche Nacht im Stadion auch im kommenden Jahr wieder stattfinden soll.

Zwei Gewinner statt eines Verlierers

Damit könnte aus der Trennung langfristig sogar etwas entstehen, womit zunächst wohl kaum jemand gerechnet hatte.

Statt einer großen Veranstaltung gibt es in Hürth plötzlich zwei etablierungsfähige Festivals für kölsche Musik.

„Jeck am See“ setzt dabei auf Strand, Festivalatmosphäre und zusätzliche Club-Elemente.

Die Kölsche Nacht bleibt stärker mit ihrer fast drei Jahrzehnte langen Tradition und den Funken Rot-Weiß verbunden.

Ob beide Veranstaltungen auch 2027 wieder ausgerechnet am selben Tag stattfinden, ist noch offen.

Nach dem ersten direkten Duell steht allerdings fest:

8.000 Jecke, zwei Bühnen und jede Menge kölsche Musik – bei diesem Festival-Streit scheint am Ende vor allem das Publikum gewonnen zu haben.