Beim Köln-Marathon wird es am 4. Oktober besonders jeck: Jörg Löhr aus Eitorf will die kompletten 42,195 Kilometer im vollständigen Prinzen-Ornat zurücklegen.
Mit Prinzenkappe, Ornat und reichlich kölschem Hätz möchte der erfahrene Langstreckenläufer nicht nur das Ziel am Kölner Dom erreichen, sondern vor allem für Karnevalsstimmung entlang der Strecke sorgen.
Und alleine bleibt der „Prinz“ dabei nicht.
Ein kleines Dreigestirn auf der Marathonstrecke
Begleitet wird Löhr von Nicole Peters aus Köln und Carlos Maia aus Eitorf. Gemeinsam wollen die drei gewissermaßen als Dreigestirn durch Köln laufen.
Das Prinzen-Ornat hat sich Löhr eigens für seinen ungewöhnlichen Marathon-Auftritt anfertigen lassen.
Auf der Brust befindet sich eine Persiflage auf das Gemeindewappen seiner Heimat Eitorf.
Sein Ziel ist dabei nicht zu übersehen: Entlang der Strecke sollen möglichst viele Zuschauer ein kräftiges „Kölle Alaaf“ hören.
Es wird sein 77. Marathon oder Ultramarathon
Sportlich ist Jörg Löhr alles andere als ein Karnevals-Gelegenheitsläufer.
Der Biochemiker läuft seit vielen Jahren Marathon und Ultramarathon und hat bereits in 19 Ländern an Rennen teilgenommen.
Unter anderem absolvierte er die großen Marathons in Berlin, London, Tokio, Chicago, New York und Boston und erreichte damit den Status als „Six Star Finisher“ der World Marathon Majors.
Seine bislang längste Laufdistanz beträgt sogar 100 Kilometer.
Der Köln-Marathon 2026 soll nun zu einem weiteren besonderen Meilenstein werden: Es wird Löhrs insgesamt 77. Marathon beziehungsweise Ultramarathon.
Schon 2024 wurde aus dem Marathon Karneval
Ganz neu ist die Verbindung zwischen Jörg Löhr, Marathon und Karneval allerdings nicht.
Bereits beim Köln-Marathon 2024 sorgte der Eitorfer für Aufsehen. Damals ging er als Hommage an die verstorbene Kölner Karnevalslegende Hans Süper an den Start.
Löhr lief im Lappenclown-Kostüm und hatte sogar eine Flitsch dabei.
Die Reaktionen der Zuschauer waren so groß, dass für ihn offenbar schnell klar war: Das muss eine Fortsetzung bekommen.
Diesmal wird aus dem Lappenclown deshalb Prinz Karneval.
„Lieber Prinz beim Köln-Marathon als am Rosenmontag“
Dass der Läufer die Sache mit reichlich Humor angeht, zeigt auch seine Antwort auf die Frage nach dem Prinzen-Dasein.
Löhr erklärte augenzwinkernd, er sei lieber Prinz beim Köln-Marathon als am Rosenmontag – schließlich sei ihm der Zugweg beim Rosenmontagszug schlicht zu kurz.
Beim Marathon bekommt er nun die volle Distanz: 42,195 Kilometer durch Köln.
Start und Ziel liegen dabei in bester kölscher Kulisse. Der Marathon führt durch zahlreiche Veedel, entlang des Rheins und vorbei an bekannten Sehenswürdigkeiten. Das Ziel befindet sich schließlich unmittelbar in der Nähe des Kölner Doms.
Köln-Marathon mit eingebauter Karnevalsstimmung
Ohnehin hat der Köln-Marathon traditionell eine besondere Verbindung zum kölschen Lebensgefühl.
Zehntausende Zuschauer stehen an der Strecke, Musikgruppen sorgen für Stimmung und verkleidete Läufer gehören regelmäßig zum Bild.
Der Veranstalter selbst nennt die Karnevalsstimmung entlang der Strecke ausdrücklich als eines der besonderen Merkmale des Köln-Marathons.
Am 4. Oktober dürfte deshalb zumindest ein Ruf besonders häufig zu hören sein:
„Dä Prinz kütt!“
