Der 11.11. ist noch ein gutes Stück entfernt – doch in Köln riecht es offenbar schon nach Karneval. Unter dem passenden Motto „Et rüch noh Karneval“ haben die Schmuckstückchen am Sonntag, 30. August 2026, ihren traditionellen Herrenfrühschoppen gefeiert. Und das mit so viel Zuspruch wie noch nie.
In der Halle Tor 2 kamen rund 300 Gäste zusammen. Damit war die vierte Ausgabe des Herrenfrühschoppens ausverkauft. Zum Vergleich: Bei der Premiere vor vier Jahren waren es noch rund 100 Besucher.
Dass bereits Ende August kräftig Alaaf gerufen wird, hat in diesem Jahr einen besonderen Hintergrund. Die bevorstehende Karnevalssession 2026/27 ist ausgesprochen kurz – entsprechend früh bringen sich viele Gesellschaften und Aktive bereits in jecke Stimmung.
Damengesellschaft bewirtet die Herren
Hinter dem Herrenfrühschoppen steht ausgerechnet eine Damengesellschaft: Die Schmuckstückchen wurden 2008 gegründet und haben aus der traditionellen Veranstaltung bewusst ihr eigenes Format gemacht.
Rund 25 Mitglieder kümmerten sich persönlich um die Gäste und versorgten sie unter anderem mit Kölsch, Halvem Hahn, Reibekuchen und Currywurst.
Dabei geht es den Schmuckstückchen durchaus um eine Botschaft: Tradition und ein modernes Verständnis von Gleichberechtigung sollen im Karneval kein Widerspruch sein. Statt alte Bräuche grundsätzlich abzuschaffen, möchte die Gesellschaft sie auf ihre eigene Art weiterleben lassen.
Domstürmer und „Schmucke Juwelcher“ auf der Bühne
Auch das Programm machte bereits deutlich, wohin die Reise in den kommenden Monaten geht.
Der Schmucki-Chor sorgte für die ersten Alaaf-Rufe, Willi & Ernst brachten bereits neue Pointen mit und Stimmenimitator Jörg Hammerschmidt zeigte Teile seines Programms.
Eine Premiere gab es außerdem bei den „Schmucken Juwelchern“. Die Tanzgruppe der Gesellschaft präsentierte sich erstmals in ihrer neuen Formation, die inzwischen auf mehr als 20 Tänzerinnen angewachsen ist.
Für den musikalischen Abschluss sorgten schließlich die Domstürmer.
Unter den Gästen waren zahlreiche bekannte Gesichter aus dem Kölner Karneval, darunter die ehemaligen Prinzen Boris Müller und Sascha Klupsch sowie Dieter Hellermann, Präsident der StattGarde Colonia Ahoj.
Mit 300 Gästen und ausverkauftem Haus dürfte spätestens jetzt klar sein: Auch wenn der Kalender noch Sommer sagt, ist der Kölner Fastelovend längst wieder auf Betriebstemperatur.
