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Karneval in Köln: Zollstocker Dienstagszug 2027 abgesagt – Kosten und Helfermangel werden zum Problem

Schlechte Nachrichten für den Kölner Veedelskarneval: Der traditionelle Zollstocker Dienstagszug wird 2027 nicht stattfinden. Die Freunde des Zollstocker Dienstagszuges haben die Absage am Montag, 12. Oktober 2026, bekannt gegeben. Steigende Kosten, fehlende finanzielle Mittel und ein zunehmender Mangel an freiwilligen Helfern machen eine Durchführung im kommenden Jahr unmöglich.

Damit verliert Köln-Zollstock für die kommende Session einen seiner wichtigsten karnevalistischen Höhepunkte.

Veranstalter sehen keine wirtschaftliche Grundlage mehr

Die Entscheidung ist den Verantwortlichen nicht leichtgefallen. Nach eigenen Angaben haben sie über längere Zeit versucht, den beliebten Veedelszug für 2027 auf die Beine zu stellen.

Letztlich konnte jedoch keine ausreichende Finanzierung sichergestellt werden. Insbesondere die gestiegenen Kosten für Sicherheitsmaßnahmen und die organisatorischen Anforderungen stellen den ehrenamtlich geführten Verein vor erhebliche Herausforderungen.

Hinzu kommt, dass mehrere bisherige Teilnehmergruppen ihre Mitwirkung abgesagt haben.

Rund 13.000 Euro kostet der Zollstocker Karnevalszug

Wie Vereinsvorsitzender Michael Siegenbruck gegenüber dem EXPRESS erklärte, belaufen sich die Kosten für den Zug auf etwa 13.000 Euro jährlich.

Eine Summe, die für einen kleinen Verein nur schwer aufzubringen ist.

Die Freunde des Zollstocker Dienstagszuges zählen rund 80 Mitglieder. Bei einem Jahresbeitrag von 20 Euro reichen die Mitgliedseinnahmen bei Weitem nicht aus, um die Veranstaltung zu finanzieren.

Der Verein ist deshalb auf Sponsoren, Spenden und die Unterstützung engagierter Menschen angewiesen.

Zusätzlich haben zwei Schulen sowie der Verein Fidele Fortuna ihre Teilnahme aus wirtschaftlichen Gründen abgesagt.

Auch freiwillige Helfer fehlen

Neben den finanziellen Schwierigkeiten macht den Organisatoren der Rückgang ehrenamtlicher Unterstützung zu schaffen.

Bereits geplante Veranstaltungen konnten teilweise nicht wie erhofft durchgeführt werden. So musste beispielsweise das Veedelsfest ausfallen.

Dabei sind gerade solche Veranstaltungen wichtig, um zusätzliche Einnahmen für den Karnevalszug zu erwirtschaften und Menschen für die Vereinsarbeit zu gewinnen.

Für die Organisation eines Veedelszuges braucht es außerdem zahlreiche Helfer, die sich um Genehmigungen, Sicherheitskonzepte, Planung und Durchführung kümmern.

Eine jahrzehntelange Tradition muss pausieren

Der Zollstocker Dienstagszug gehört seit rund 65 Jahren zum Karneval im Kölner Süden.

Im Jahr 2024 erlebte der Zug mit rund 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch einen besonderen Höhepunkt.

Die Freunde des Zollstocker Dienstagszuges hatten sich 2010 neu zusammengeschlossen, um den traditionellen Umzug dauerhaft zu erhalten.

Dass der Zug nun ausgerechnet vor der Session 2027 abgesagt werden muss, zeigt, wie schwierig die Rahmenbedingungen für ehrenamtlich organisierte Karnevalsveranstaltungen geworden sind.

Vorsitzender kündigt Rückzug an – Hoffnung auf 2028

Auch personell stehen Veränderungen bevor. Michael Siegenbruck, der seit rund zehn Jahren den Vorsitz innehat, möchte sein Amt bei der Mitgliederversammlung im November abgeben.

Das muss jedoch nicht das endgültige Ende des Zollstocker Dienstagszuges bedeuten.

Die Verantwortlichen hoffen, dass sich genügend Unterstützer finden, um den Karnevalszug 2028 wieder durchführen zu können.

Bis dahin bleibt die Absage ein deutliches Warnsignal für den Kölner Veedelskarneval: Ohne ausreichende Finanzierung und ehrenamtliches Engagement geraten selbst traditionsreiche Veranstaltungen zunehmend unter Druck.